Das Projektteam

Das Projektteam setzt sich aus dem Global Climate Forum (GCF), dem Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE), Germanwatch (GW), dem Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM), und dem Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) zusammen und wird von einer Reihe von Praxispartner*innen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft unterstützt.

Das Global Climate Forum (GCF) initiiert und betreibt innovative Forschung zum Klimawandel und den damit verbundenen globalen Herausforderungen. GCF, als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin, ist ein Zusammenschluss von Instituten, Unternehmen, NGOs und einzelnen Forscher*innen. GCF bettet seine Forschung in langfristige Stakeholder-Dialoge ein, mit dem Ziel, zusammen mit Akteur*innen aus Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft wohlüberlegte Meinungen zu entwickeln und damit Grundlagen für fundierte Entscheidungen anzubieten. Dafür entwickelt GCF agentenbasierte Modelle wie das „Mobility Transition Model“ (MoTMo). MoTMo stellt dar, wie eine synthetische Population, welche die deutsche Bevölkerung repräsentiert, ihre Verkehrsmittel wählt, und welche Konsequenzen diese Wahl in verschiedenen Szenarien über mehrere Dekaden für Umwelt und Lebensqualität hat. Für ESRa nutzt GCF auch das Beschäftigungsstrukturmodell MetroInsight der Arizona State University (ASU), welches basierend auf Daten zu regionalen Beschäftigungsprofilen ermittelt, welche Gewerbezweige dort künftig aussichtsreich wären. Eine wichtige Rolle spielt auch die von dem GCF mitentwickelte Decision Theatre Methodik. Diese Methodik unterstützt Gruppendiskussionen zu bestimmten Themen mit Daten und Simulationen, die auf Bildschirmen rund um die Gruppe angezeigt werden. Die Stärke des Decision Theatre liegt dabei in seinem interaktiven Ansatz, der es den Teilnehmern erlaubt, mit ihren eigenen Szenarien zu experimentieren und die Auswirkungen ihrer Entscheidungen im Modell zu sehen.

Das Fraunhofer IEE (ehemals Fraunhofer IWES) am Standort Kassel befasst sich seit 1988 mit anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Nutzung erneuerbarer Energiequellen und der dezentralen Energieversorgungstechnik. Ziel der Forschungsarbeiten ist es, die vorhandenen Potentiale und Möglichkeiten im Bereich der erneuerbaren Energien auszuschöpfen und gleichzeitig neue Perspektiven zur bedarfsorientierten Energieproduktion unter Marktbedingungen zu eröffnen. Rund 300 Personen sind derzeit in Kassel tätig. Durch die Vereinigung von energiewirtschaftlichen- und energiesystemtechnischer Kompetenz in einem Institut verfügt das Fraunhofer IEE über ein sehr breites Wissen, um spezifische Fragen sowohl des Gesamtsystems als auch der Einzelanwendung bewerten zu können. Die Forschungsschwerpunkte der Gruppe Energiewirtschaft und Systemanalyse umfassen die Simulation der deutschen und europäischen Strommärkte, die Entwicklung von Szenarien zur Transformation der Energiesysteme und die Bewertung von Technologien im zukünftigen Strommarkt. Schwerpunkte der Technologiebewertung sind Systemlösungen zur Interaktion der Sektoren Strom-Wärme und Strom-Verkehr, der Einsatz von Speichern sowie die Kopplung von Strom- und Gasnetzen. Für die Analyse und Bewertung der bestehenden und zukünftigen Anforderung an die Energiewirtschaft stehen eine umfangreiche Datenbasis und eine Reihe an Simulationsmodellen zur Verfügung. In der Analyse einzelner Technologien und Geschäftsfelder werden energiepolitische und regulatorische Rahmenbedingungen und Einflüsse des Marktdesigns bewertet. Daraus wird die Einbettung in eine effiziente Entwicklung des Gesamtsystems und des Marktes abgeleitet.

Germanwatch e.V. ist eine gemeinnützige Umweltorganisation mit Sitz in Bonn und Berlin. Seit ihrer Gründung beschäftigt sich die Organisation mit der Schnittstelle zwischen Gerechtigkeits- und Umweltfragen. Germanwatch bringt in das Projekt ESRa seine zivilgesellschaftliche Expertise und systemische Sicht auf die Transformation des Energiesystems ein. Die Kernmethodik der Arbeitsweise von Germanwatch in diesem Projekt ist die der Stakeholder-basierten Wissenschaft. Stakeholder werden von Beginn an mithilfe von Interviews und Workshops eng in den Forschungsprozess integriert. So können nicht nur kognitives Wissen, sondern auch Erfahrungen, Werte, Meinungen und Ideen in den Prozess eingebracht und in den Forschungsergebnissen berücksichtigt werden. Germanwatch kann dabei auf ein breites Netzwerk aus zivilgesellschaftlichen, wissenschaftlichen, politischen und Wirtschaftsakteuren zurückgreifen, um das Netzwerk in der Region erweitern und vertiefen zu können. Germanwatch ist es dabei wichtig, Raum für konstruktiven Austausch der Akteure zu schaffen. Außerdem soll an der ein oder anderen Stelle zum Perspektivwechsel angeregt werden.

Das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) besteht seit November 2009 als gemeinnütziger Verein und unabhängiges Forschungsinstitut. Als An-Institut der Universität Greifswald unterstützt es Doktorand*innen bei ihren Promotionen zu den drei namensgebenden Forschungsschwerpunkten. Seit 2017 ist IKEM zudem als Nichtregierungsorganisation beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) anerkannt. In Projekten für öffentliche und private Auftrag- und Zuwendungsgeber forschen die Mitarbeiter*innen an aktuellen energie- und umweltpolitischen Fragen des Klimaschutzes sowie der Energie- und Mobilitätswende. IKEM analysiert, bewertet und entwickelt Strategien zur Vermeidung und Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Die Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Klimaschutz, Recht, Ökonomie, Politik sowie der Akzeptanz für Energie- und Klimaschutzprojekte bildet die Grundlage für Gutachten und Handlungsempfehlungen sowie für projektbezogene Veranstaltungen. Insbesondere bringt IKEM Expertise im Bereich rechtliche und sozioökonomische Aspekte des Ausbaus der erneuerbaren Energien und der Sektorintegration, der Partizipation und Klimafinanzierung auf nationaler und lokaler Ebene mit. Dies beinhaltet die Identifizierung und Analyse möglicher Finanzierungsoptionen der Energiewende, Geschäftsmodelle zum wirksamen Einsatz von Privatinvestitionen und Möglichkeiten zur optimalen Nutzung begrenzter öffentliche Gelder.

Das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) erforscht die Raumbezüge und Raumkontexte sozialen Handelns in ihrer Prozesshaftigkeit und in ihrer historischen Dimension mit Hilfe sozialwissenschaftlicher Methoden. Dabei spielen soziale und ökonomische Innovationsprozesse sowie die Untersuchung von Transformationen in der Raumentwicklung eine tragende Rolle, insbesondere mit Bezug zur Energiewende. Im Projekt ESRa untersuchen wir Faktoren, die Regionen, die der Energiewende vorwiegend positivgegenüberstehen, von Regionen mit einer eher ablehnenden Haltung unterscheiden. Dabei steht im Vordergrund, wie sich diese Faktoren im Hinblick auf eine gelingende Energiewende positiv beeinflussen lassen. Das Vorhaben bezieht diese Fragen besonders auf die aktuelle Herausforderung des Auseinanderdriftens verschiedener Regionen. Das IRS untersucht Haltungen zur Energiewende sowie räumliche Disparitäten und entwickelt Szenarien und Handlungsoptionen für die Umsetzung der Energiewende in unterschiedlichen regionalen Kontexten.