Das Decision Theatre

Im Decision Theatre können Bürger*innen, Expert*innen und Entscheidungsträger*innen regionale Herausforderungen kontrovers diskutieren. Modelle und Visualisierungen helfen dabei, gemeinsam neues Wissen zu kreieren.

Das Decision Theatre (DT) ist eine Methode IT-gestützter transdisziplinärer Forschung und Entscheidungsfindung, die vor allem von der Arizona State University (ASU) wegbereitend entwickelt und vom Global Climate Forum e.V. (GCF) als mobile Stakeholder-Methode weiterentwickelt wurde. 

Die Methode des DT verbindet Gruppendiskussionen, wie sie aus dem bewährten Erhebungsinstrument der Fokusgruppen bekannt sind, mit neuen Formen IT-gestützter interaktiver Visualisierung von empirischen Informationen und Ergebnissen aus agentenbasierten Modellen.

Im Rahmen des Projekts besteht eine DT-Veranstaltung aus einem Treffen von etwa 5 bis 25 eingeladenen Gästen, die sich mit möglichen Strategien zu konkreten regionalen Herausforderungen befassen. Es werden sowohl Treffen mit Entscheidungsträger*innen und Expert*innen als auch mit Bewohner*innen der jeweiligen Region durchgeführt.

Die IT-Unterstützung beruht aus Sicht der Gäste auf einer Umgebung von großen Projektionsflächen (Flachbildschirme oder geeignete Projektoren mit Leinwand), auf denen die Gäste interaktiv Forschungsergebnisse ausloten und mit den Modellen experimentieren können, in denen sie sich selber als Akteure wiederfinden. Tablets liegen bereit, mit denen die Teilnehmer*innen die Modelle ansteuern können. Die Modelle laufen dabei im Hintergrund während Visualisierungen relevante Daten und Modellergebnisse auf den Projektionsflächen verbildlichen.

Die Gruppendiskussionen werden jeweils auf konkrete Entscheidungsprobleme im Hinblick auf die betrachtete gesellschaftliche Herausforderung fokussiert. Ein*e Moderator*in und ein*e Expert*in erörtern zunächst Eckdaten zum ausgewählten Thema. Danach erörtern die Teilnehmer*innen relevante Strategien und offene Fragen aus der Praxis. In aufgeteilten Kleingruppen können die Teilnehmer*innen dann mithilfe der IT-Infrastruktur beispielsweise (Politik-)Maßnahmen im Modell implementieren und die Ergebnisse auf den Bildschirmen beobachten.

Die Modelle stellen mögliche Entwicklungen komplexer und global vernetzter sozialer, aber auch sozioökonomischer, sozioökologischer und soziotechnischer Systeme detailliert dar. Eine „synthetische Population“ bildet die einzelnen Akteure (zum Beispiel Personen und Haushalte) statistisch adäquat ab und ein „agentenbasiertes“ Simulationsmodell definiert dynamische Interaktionen zwischen ihnen. Durch wiederholtes Ausführen solcher Interaktionen der gesamten synthetischen Population simulieren rechenintensive, parallelisierte Modellläufe daraufhin Entwicklungen des Gesamtsystems. Wie in einem virtuellen Labor kann man mit Hilfe von Analyse und Visualisierung der Simulationsergebnisse mögliche Auswirkungen von (Politik-)Entscheidungen ausloten.

Für mehr Informationen siehe auch https://www.youtube.com/watch?v=XlsdzZvoSLU